Atemnot [San]

Notfallszenarien für Ersthelfer bis Rettungsdienstmitarbeiter.

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24.02.2011, 21:11
Habe jetzt mal die Suchmaschine bemüht und bis 1978 zurück gibt es keinen Bericht über den tödlichen Ausgang einer Hyperventilation.
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.

25.02.2011, 21:13
Don, verstehe ich deinen Beitrag richtig, dass sich jede Hyperventilation selbst terminiert? Erwacht der Patient dann auch bei Erreichen eines normalen CO2-Spiegels (ist Normokapnie der richtige Begriff?) automatisch wieder?
Dann müsste man ja eigentlich nichts anderes tun als den ehemals hyperventilierenden Bewusstlosen in die Seitenlage legen, überwachen und abwarten... Vorausgesetzt natürlich, man kann die Hyperventilation nicht vor Eintritt der Bewusstlosigkeit behandeln.

25.02.2011, 21:24
Auf jeden Fall konnte ich weder in einem Lehrbuch noch in Pubmed dramatischere Folgen als eine kurze Bewußtlosigkeit finden.
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.

25.02.2011, 21:34
Wie behandelt ein (Not-)Arzt eine Hyperventilation?
Könntest du vielleicht einmal alle "Stufen" der Behandlung darstellen?

25.02.2011, 21:45
Original von Buschi
Wie behandelt ein (Not-)Arzt eine Hyperventilation?
Könntest du vielleicht einmal alle "Stufen" der Behandlung darstellen?


Normalerweise werde ich mit dem Problem ja nicht konfrontiert - ein RTW reicht aus. Die Kollegen im RTW sind meist auch einfühlsamer. ;)

Wie ich, glaube ich, schon mal schrieb, würde ich der Patientin 10mg Diazepam auf einem Stück Zucker geben. Dadurch spare ich mir erstens den venösen Zugang und die Wirkung ist im Vergleich zum hier erwähnten Midazolam weniger sedierend aber mehr anxiolytisch, als angsthemmend.
Zuletzt geändert von Don Spekulatius am 25.02.2011, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.

26.02.2011, 22:55
Vor der pharmakologischen Intervention kann man die Mitarbeit der Patienten durch ausführliches Erklären und -sofern möglich - eigenständiges Halten der Tüte fördern. Auch die Verwicklung in ein Gespräch hilft sehr oft - ein sprechender Patient schnauft in dieser Zeit schon langsamer.

Wichtig: Tüte in "gefülltem" Zustand dem Patienten reichen oder diesen bitten, die Tüte aufzublasen/ zu füllen. Somit ist das blöde insuffiziente Ziehen bei leerer Tüte ausgeschlossen.

27.02.2011, 23:46
Original von Maxi
Das stimmt. Die Kritik ist sehr gut und ausführlich geschrieben. Ein großes Lob.

Original von cityboy
Ich werde versuchen Kritik auch demnächst, sei's hier oder in der Realität, so detailliert zu geben.

*thumbs up*

DANKE für das Lob, das freut mich sehr zu hören! :)

Original von M1k3
Hey Don, mach meine Arbeitsphilosophie nicht kaputt! :
"Irgendwann kommt der Pat. in einen Zustand wo ich weis was zu tun ist" :D ;)

Das sagst nicht nur du...Ich hatte mal nen EH-Kurs, der jedesmal bei jedem Thema auf die Frage, was denn zu tun sei, antwortete: "Warten, bis der Patient bewusstlos wird, dann ist er wieder im Schema!" bzw. "Schlagen wir ihn bewusstlos, dann ist er im Schema!"

Original von Don Spekulatius
Wie ich, glaube ich, schon mal schrieb, würde ich der Patientin 10mg Diazepam auf einem Stück Zucker geben. Dadurch spare ich mir erstens den venösen Zugang und die Wirkung ist im Vergleich zum hier erwähnten Midazolam weniger sedierend aber mehr anxiolytisch, als angsthemmend.

Was die genauen Wirkungen der Medikamente angeht, so kenne ich mich in diesem Bereich nicht aus. Das Medikament im FB (Dormicum) wurde von mir gewählt, da der Notarzt bei dem entsprechenden Real-Einsatz auch Dormicum gegeben hat.

Eine Frage habe ich noch an dich, Don:
Ich stelle es mir unheimlich schwer vor, mit einem Stück Zucker im Mund zu Hyperventilieren. Verschlucken sich die Patienten nicht andauernd an dem Zucker?
Ich bin als Rettungsschwimmer geboren, mit Wasser gestillt und aufgezogen! Hurra!:P

leverkusen.dlrg.de
www.drk-lev.de

28.02.2011, 20:43
Das Problem verstehe ich nicht. Der Mensch sollte in der Lage sein, zu Lutschen und zu atmen, ohne sich zu verschlucken. Beim Fishermans funktioniert es doch auch.

Übrigens wird hier immer sehr stark dazu tendiert, Hyperventilation mit Tachypneu gleichzusetzen.

Machen wir mal folgende Rechnung:

Eine junge Dame hat ein Atemzugvolumen von 360 ml (6ml/kg KG)
Davon sind etwa 2ml/kgKG Totraumvolumen.
Die Atemfrequenz beträgt 10 Atemzüge pro Minute.

Wann würde Sie nun mehr hyperventilieren - wenn sich die Frequenz verdoppelt oder das Atemzugvolumen?
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.

01.03.2011, 17:24
Ich würde mal darauf tippen, dass hier die Verdoppelung des Atemzugvolumens die größere Hyperventilation darstellt, da bei einer höheren Frequenz ein Teil des Hyperventilationseffektes vermutlich durch den Totraum (Stichwort Pendelatmung, wie beim Schnorchel) ausgeglichen wird.
Aber letztendlich habe ich das doch richtig im Kopf, dass die Hyperventilation eine unnormale Steigerung es Atemminutenvolumens, also des Produktes aus Atemzugvolumen und Atemfrequenz ist und eine Tachypneu einfach nur eine unnormale Steigerung der Atemfrequenz, oder?
Ich bin als Rettungsschwimmer geboren, mit Wasser gestillt und aufgezogen! Hurra!:P

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www.drk-lev.de

01.03.2011, 22:29
Richtig. Ergo muss man nicht schnell atmen um zu hyperventilieren.
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